Säntis - die Eiswelt

Im Durchschnitt liegen am Säntis an rund 300 Tagen Schnee, die Temperatur fällt an 246 Tagen im Jahr unter 0° C («Frosttag») und an 157 Tagen bleiben die Temperaturen ganztägig im Minus («Eistag»). Viele Besucher wissen nicht, dass am Säntis noch ein Gletscher existiert.

Die lange Reise der Schneeflocke zum Gletschereis

Bei der Entstehung von Schneeflocken zeigt die Natur ihre Kreativität. Dabei sind es Lufttemperatur, Wasserdampfgehalt und Winde, die die Gestalt jeder einzelnen Schneeflocke prägen. Aus einzelnen Eiskristallen bildet sich im Laufe der Zeit eine Schneedecke. Doch die faszinierende Schönheit einer winterlichen Berglandschaft birgt auch versteckte Gefahren – Lawinen! Gefährlich, zerstörerisch und gleichsam interessant und fesselnd.
Es bedarf 10 m lockeren Neuschnee um 1,10 m Gletschereis zu produzieren!

Die Eiszeit

Als Bindeglied zum angrenzenden Themenbereich Geologie (der zu einem späteren Zeitpunkt realisiert wird) widmet sich ein Eiszeitrad der letzten Eiszeit (letztes Glazial) in der Ostschweiz. Animiert wird der Gletschervorstoss und anschliessende Rückzug des riesigen Rheingletschers. Der Besucher kann interaktiv eingreifen und die unvorstellbaren Ausmasse der Eisausdehnung kennen lernen.

Die größte Ausdehnung hatte der Rheingletscher mit einer Eisfläche von etwa 16 400 km² und ca. 11 % der alpinen Eiskappe und erstreckte sich über die gesamte heutige Ostschweiz und den Bodensee hinweg. Der Gletscher umfasste ein Einzugsgebiet vom Arlberg bis zum Gotthard, umschloss die inneralpinen Täler zwischen Rheinwaldhorn und Chur, das vom Bodensee bis Chur reichende Tal des Alpenrheins und das Vorlandbecken rund um den Bodensee. Der Gletscher drang bis zur voreiszeitlichen Donau. Die Eisoberfläche lag im Würm-Maximum bei Chur in rund 2 000 m. Berge, die über das Eis hinausragten, wurden umflossen.

Blau Schnee Gletscher

Der Blau Schnee ist ein kleiner, länglicher Gebirgsgletscher, der sich in einem schattigen Kar nördlich des Säntisgipfels am Fuss einer steilen Felswand befindet. Nordwestlich, am Fuss des Girenspitz (2448m), befanden sich 2006 noch zwei abgetrennte, kleine Firn-/Eisplatten. Der weniger als 350m lange Gletscher (2004) dürfte nebst der schattigen Lage auch von Triebschneeablagerungen profitieren. Zudem reduziert Schuttbedeckung die Ablation. Spätglaziale Moränen und solche aus der Kleinen Eiszeit sind gut erhalten. Bemerkenswert ist ein Vorstoss zwischen 1953 und 1989, bei welchem eine frühere Aufstiegsroute zum Säntisgipfel überfahren wurde.

Noch hat die Ostschweiz Gletscher. Fünf an der Zahl – den Pizolgletscher, den Sardona- und den Chligletscher nordöstlich des Piz Sardona, den Glasergletscher nördlich des Glaserhorns und den Blau Schnee beim Säntis.

Gletscher - die Faszination des ewigen Eises

Das ewige Eis hat über viele Jahre die Geschichte und die Geschicke der Alpen mitgetragen, war Schicksal und Hoffnungsträger, Mythos und Faszination.

Im Bereich der Gletscher wird das Was, Wie und Warum der Gletscher ergründet. Hier gibt es viel zu entdecken und zu begreifen. Dabei sind spannende Elemente zum Spielen genauso wichtig wie einfache Experimente, welche die Dynamik der Gletscher verstehen lassen. Thematisch ergeben sich bei der Inszenierung dieses Bereiches drei Schwerpunkte, wie der allgemeinen Erklärung der Gletscher, der Gletscherdynamik und der Frage der Gletscher- und Klimaänderung.

Gletscher im Wandel der Zeit

Gletscher ändern ihr Gesicht und ihre Form im Verlauf von Jahrtausenden, Jahrhunderten und Jahren. Wir zeigen Karten der Eiszeiten, Vergleichsbilder der Jahrhundertwende und die neuesten Forschungen der Gletscherwissenschaftler. Denn nur jener der die Vergangenheit versteht, kann die Zukunft erkennen.

 

Säntiseis

Vor dem Ausgang zur Eiswurfgalerie wird ein Eisberg aus echtem Eis zum Angreifen installiert. Dabei ist die Eisoberfläche nicht immer gleich, da Besucher mit den Handflächen kleine Abdrücke hinterlassen und somit eine lebhafte, dynamische Eisoberfläche kreieren.