Ein neues Kapitel
Die bestehende, 51-jährige Schwebebahn auf den Säntis genügt nicht mehr den aktuellen technischen Anforderungen. Windlast- und Lawinengutachten sowie der Lawinenniedergang im Januar 2019 zeigen, dass vor allem die Stützen eine höhere Stabilität und einen massiveren Lawinenschutz benötigen. Deshalb hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) die Betriebsbewilligung für die Schwebebahn Schwägalp – Säntis mit der bestehenden Stütze bis Mitte 2026 beschränkt. Um den Betrieb langfristig zu sichern und den Gästen mehr Komfort sowie Sicherheit zu bieten, wird die Schwebebahn ab Anfang Mai bis Spätherbst 2026 durch eine neue Anlage mit modernster Seilbahntechnik ersetzt.
Die bisherige erste Stütze wird entfernt. Die alten Stützenfundamente, wie die der ersten Bahn von 1935, werden rückgebaut und das Gelände wird renaturiert. Der bewährte Zwischenhalt bei der neuen, höheren Stütze im Bereich der heutigen «Stütze 2» bleibt. Eine moderne Plattform macht den Ein- und Ausstieg zu einem besonderen Erlebnis. Bereits 2025 starten die Bauarbeiten im Bereich der Stütze 2 bei laufen- dem Betrieb. Im Sommer werden die Fundamente der neuen Zwischenstütze betoniert und verankert.
Moderisierung und technische Verbesserungen
Die neuen Kabinen mit grossflächigen Panorama- fenstern und modernen Materialien versprechen ein aussergewöhnliches Fahrerlebnis. Die Kabine wird zwar etwas grösser sein, die Transportkapazität bleibt aber wie bisher bei 85 Personen. Somit wird die Fläche pro Bahngast leicht grösser sein und der Komfort verbessert.
Das neue Antriebssystem in der Talstation sorgt mit zwei Haupt- und zwei Notantrieben sowie Notstromaggregaten für einen sicheren Betrieb. Durch die volle Redundanz des Systems kann eine Rückfahrt in die Stationen in jedem Fall sichergestellt und auf eine Bergebahn so- wie eine Bergeeinrichtung verzichtet werden. Die Bahn kann auch unbegleitet betrieben werden, was flexiblere Betriebszeiten ermöglicht. Die Tragseile werden in der Berg- und Talstation fix abgespannt. Durch ein endlos gespleisstes Zugseil sind keine Seilendbefestigungen und Fangbremsen notwendig. Das Zugseil wird in der Bergstation mit einem Spanngewicht gespannt. Bei extremen Wetterbedingungen können beide Kabinen in der Talstation geparkt werden, um die Verfügbarkeit zu sichern.
Sowohl die Tal- als auch die Bergstation bleiben äusserlich grösstenteils unverändert, jedoch werden die Wartebereiche modernisiert, um den Komfort für die Gäste zu erhöhen. Vor dem Bahnunterbruch werden intensive Materialtransporte durchgeführt. Das Material wird in der Panoramahalle und dem Wartebereich auf dem Gipfel gelagert, weshalb der Warteraum provisorisch verlegt wird.
Der Kostenvoranschlag beträgt 22,7 Mio. Franken, wovon 15,8 Mio. Franken für die Seilbahntechnik vorgesehen sind. Darin nicht enthalten sind die Kosten für den Betriebsunterbruch.
Meilensteine und Bauphasen bis 2027
2025 |
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2026 |
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2027 |
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