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Saentisgipfel Ansicht Winter

Schneerekorde gibt es fast nur im Frühling

Wenn der Frühling in der Schweiz Einzug hält, gibt es auf dem Säntis meist Rekordschnee. Dies ist in diesem Jahr nicht anders. Momentan beträgt die Schneehöhe auf dem Säntis 4 Meter 42. Damit hat die Schneedecke für den Winter 2025/26 eine bisherige Maximalhöhe erreicht.

Viel Schnee erst im Frühling

Nachdem es in den ersten drei Märzwochen im Flachland frühlingshaft war, ist Ende Monat wieder der Winter eingekehrt. Dies macht nicht nur die Menschen unglücklich, sondern auch die Pflanzen leiden unter Frost und Schnee. Ganz anders auf dem 2502 Meter hohen Säntis. Da ist Schnee zu dieser Jahreszeit eine Selbstverständlichkeit. Fast alle Schneerekorde auf dem Säntis stammen aus den Frühlingsmonaten.

Am Sonntag hatte es 4 Meter 42 Schnee

Die Schneemessung auf dem Säntis erfolgt in der Nähe der Stütze 2 der Seilbahn auf einer Höhe von 2226 Metern über Meer. Auf dem Gipfel ist eine vernünftige Schneemessung allerdings kaum möglich, da der Windeinfluss zu gross wäre. Entsprechend wird rund 300 Meter unter dem Gipfel gemessen. Am Sonntagmorgen, 29. März ergab die Ablesung einen Wert von 4 Metern 42. Das ist mehr als je zuvor in diesem Winter. Der alte Höchstwert lag bei 3 Metern 65 und datierte vom 15. März, bevor die Niederschläge in der vergangenen Woche einsetzten.

Schneerekorde im Frühling sind normal

Fast in jedem Jahr wird der saisonale Schneerekord im meteorologischen Frühling, also zwischen dem 1. März und dem 31. Mai gemessen. Im Gegensatz zum Flachland schmilzt auf dem Säntis während des Winterhalbjahres relativ wenig Schnee. Durch den Wind und das eigene Gewicht wird der Schnee zwar zusammengedrückt, und die Schneehöhe geht temporär leicht zurück, aber auf 2500 Metern Höhe ist Schneeschmelze meist ein geringer Faktor, und so erreicht die Schneehöhe ihr Maximum erst im Frühling. Erst im Mai setzt in der Regel die kräftige Schneeschmelze ein. In der 96-jährigen Messreihe des Schnee- und Lawinenforschungs-Institutes (SLF) kam es bis jetzt noch nie vor, dass der Säntis schon im Mai völlig ausaperte. Ab dem 1. Juni sind aber Jahre zu finden, in denen auf dem Messfeld kein Schnee mehr lag. In den letzten Jahren wurde der Schmelzprozess zum Teil noch durch Saharastaub weiter beschleunigt. Hatte sich der Saharastaub einmal auf dem Schnee abgelagert, schmolz die Schneedecke durch die zusätzliche Erwärmung des Sandes noch viel schneller. Im Gegensatz zum Schnee schmolz der Sand aber nicht, und so verschwanden auch die tiefer liegenden Schneeschichten immer schneller.

 

Saentisgipfel Ansicht Winter

Aktuell liegt überdurchschnittlich viel Schnee

Die aktuelle Schneehöhe von 4 Metern 42 liegt knapp über dem Median von 3 Metern 86. Damit liegt nicht zum ersten Mal in diesem Winter überdurchschnittlich Schnee auf dem Wetterberg in der Ostschweiz. Von Anfang November bis Weihnachten hatte es meist überdurchschnittlich Schnee. Danach blieb die Höhe der Schneedecke in der Regel knapp unter dem Durchschnitt. Damit tanzt der Säntis in der Ostschweiz eher aus der Reihe. Auf der Schwägalp, auf genau 1350 Metern über Meer, hatte es in der Regel weniger Schnee als im langjährigen Durchschnitt. Dort gab es nur eine mehrtägige Phase Ende November und Anfang Dezember mit mehr Schnee als üblich. Vom 25. bis 27. November fielen insgesamt 69 Zentimeter Neuschnee. 63 Zentimeter Neuschnee am 11. Januar sorgten wieder für ein zweitägiges Intermezzo mit überdurchschnittlich Schnee, und das Gleiche passierte nochmals vom 18. bis am 22. Februar. Am Sonntag, 29. März lagen 102 Zentimeter Schnee bei einem langjährigen Median von 85 Zentimetern.

Damit liegt nicht zum ersten Mal in diesem Winter überdurchschnittlich Schnee auf dem Wetterberg in der Ostschweiz. Von Anfang November bis Weihnachten hatte es meist überdurchschnittlich Schnee. Danach blieb die Höhe der Schneedecke in der Regel knapp unter dem Durchschnitt. 

Schneehöhe sagt oft wenig aus

Gerade in tieferen und mittleren Lagen ist die Gesamtschneehöhe ein ziemlich unzuverlässiger Wert. Fällt an einem einzigen Tag ergiebig Schnee bei tiefen Temperaturen, so sorgt der luftige Schnee kurzfristig für eine grosse Schneehöhe. Schon bei einer geringen Erwärmung oder kräftigem Wind sackt der Schnee schnell in sich zusammen. So ging die Schneehöhe vom 12. bis 14. Januar um 35 Zentimeter zurück, und im Februar verlor die Schneedecke nach kräftigen Schneefällen erneut innerhalb von 5 Tagen 45 Zentimeter. Entsprechend wird in der Wissenschaft und auch in der Wasserwirtschaft das sogenannte Wasseräquivalent als Mass genommen. Dieses sagt, wie gross der Wassergehalt in der Schneedecke ist. Dieses Mass gibt für die Abflussentwicklung im Frühjahr viel bessere Werte, allerdings ist die Bestimmung des Wasseräquivalentes sehr mühsam, muss doch auch heute noch manuell ein Loch gegraben und jede einzelne Schicht der Schneedecke gewogen werden. Automatische Verfahren sind nach wie vor unzuverlässig. In der Höhe, wie beispielsweise auf dem Säntis, verändert sich die Schneedecke im Winter nicht so schnell, und der Wert der Schneehöhe ist aussagekräftiger.

Meilenweit von Rekorden entfernt

Obwohl zurzeit 4 Meter 42 Schnee liegen, ist man weit von Rekorden entfernt. Der Maximalwert für den Säntis beträgt für den 29. März 7 Meter 45. Dies liegt aber immer noch deutlich unter den 8 Metern 15, die vom 20. bis 22. April 1999 auf dem Messfeld gemessen wurden. Dieser Wert stellt gleichzeitig die grösste je in der Schweiz gemessene Schneehöhe dar. Sehr grosse Schneemengen zu einem so späten Zeitpunkt sind auf dem Säntis die Norm. Der Winter mit der zweithöchsten Schneemenge war der Winter 1979/80. Damals erreichte die Schneedecke einen Maximalwert von 7 Metern 95, das aber auch erst im Frühling, und zwar am 28. April. Nicht anders im Winter 1987/88. In jenem Winter gab es 7 Meter 90 und das am 2. April. Ganz krass war es im Winter 2018/19. Damals wurde die grösste Schneehöhe sogar erst am 22. Mai gemessen mit stattlichen 7 Metern 14. Vor zwei Jahren erreichte die Schneedecke einen Höchstwert von 6 Metern 90. Auch dieser Wert wurde erst am 26. April registriert. Es ist daher durchaus möglich, dass die Schneedecke im kommenden Monat auf dem Säntis noch weiter anwächst. In einen Bereich von 7 Metern und mehr dürfte sie aber kaum vorstossen.

Datum

Jahr

Schneehöhe

29. März

2026

4.42 Meter

26. April

2024

6 Metern 90

22. Mai

2019

7.14 Meter

22. April

1999

8.15 Meter

2. April

1988

7.90 Meter

28. April

1980

7.95 Meter

Bis bald am Wetterberg!

Felix Blumer, Wetterbotschafter Säntis
im März 2026

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