Vom Spiel zur Leidenschaft
Mit den Jahren wurde aus dem Spiel eine Leidenschaft. Auf Märkten, Hochzeiten, kleinen Festen und sogar auf Beerdigungen durfte ich Menschen mit meinen Melodien begleiten. Eine Drehorgel zieht verträumte Blicke an und berührt die Menschen, einen Moment innezuhalten. Seit 2005 führt mich diese Leidenschaft jedes Jahr am 1. August auf die Schwägalp – damals war es der 70. Geburtstag der Säntis-Schwebebahn. Mein erster Auftritt, begleitet von meiner Frau und meiner Tochter. Während die beiden wanderten, liess ich die Klänge der Orgel erklingen. Strahlender Himmel, fröhliche Gäste, ein Tag voller Freude.
Der Säntis – mein musikalischer Weggefährte!
Der Säntis steht mächtig und imposant über der Landschaft. Von meinem Wohnort im Allgäu sehe ich ihn oft und weiss nun, dass er als stiller Wächter über der Ostschweiz wacht.
Am 1. August spiele ich gerne die Nationalhymne „Trittst im Morgenrot daher“ und dazu volkstümliche Melodien und Schlager. Gäste aus Nah und Fern bleiben stehen, lauschen, fotografieren, manche singen sogar leise mit. Dazu hat sich traditionell meine Uniform geformt: ein Frack, ein Zylinder und die Drehorgel.
Ein Moment bleibt unvergessen: Als mich meine Tochter zusammen mit meinem kleinen Enkel auf der Schwägalp überraschend besuchte. Wie er mit grossen Augen vor meiner Orgel stand und mir zuhörte. Das war nicht nur ein Familienmoment – es war mein persönliches Stück Säntis-Geschichte.
Ein Moment, der ewig bleibt.
In einer Welt, die immer digitaler wird, glaube ich fest daran: Glück steckt oft im Einfachen. Eine Drehorgel erinnert an Kindheit, an Grosseltern, an frühere Zeiten und verbindet Generationen – so wie der Säntis selbst. Ein Moment, der ewig bleibt.
Mein Säntis. Meine Geschichte.