Holz aus der Region
Die Nägeli AG setzt seit fünf Jahren vollständig auf Mondholz. Geschäftsführer Patrik Nägeli bringt den Grundgedanken seiner Unternehmensphilosophie so auf den Punkt:
«Der Mensch in Mitteleuropa verbringt rund 90 Prozent seiner Zeit in einem Gebäude. Warum also nicht in einem Haus leben, das aus regionalem Holz gebaut wurde, somit nachhaltig ist und für ein einmaliges Wohnklima sorgt?» Nägeli ist es wichtig, dass die Wertschöpfung ressourcenschonend ist und auf persönlichen Beziehungen beruht.
«Einmal im Jahr sitzen wir mit den Verantwortlichen der umliegenden Forstbetriebe zusammen und definieren, wie viel Mondholz wir für die kommenden Monate benötigen. Das läuft sehr unkompliziert ab», hält Patrik Nägeli fest.
Jährlich verarbeitet die Nägeli AG 7000 bis 8000 Kubikmeter Mondholz, das aus einem Umkreis von 30 Kilometern stammt. Die enge Zusammenarbeit mit regionalen Forstbetrieben und privaten Waldbesitzerinnen und -besitzern garantiert eine lückenlose Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette. «Manchmal begleiten wir Bauherren sogar in den Wald, um das Holz persönlich auszuwählen», erklärt Patrik Nägeli, der den Familienbetrieb im Sinne seines im Dezember 2024 verstorbenen Vaters Hannes weiterführt.
«Es war eine ziemliche Herkulesaufgabe, so viel Mondholz rechtzeitig vor Ort zu haben.»
Massivholzsystem «Appenzellerholz»
Im Zentrum der Arbeit der Nägeli AG steht das seit 2005 patentierte Vollholz-Elementbausystem «Appenzellerholz». Dieses System setzt auf leim- und metallfreie Massivholzelemente, die aus regionalem Mondholz gefertigt werden. Das «Appenzellerholz» verkörpert die Philosophie der Nägeli AG: ein achtsamer Umgang mit dem Werkstoff Holz, Regionalität und die Verbindung von Tradition und Innovation.
Dass das Bauen mit Mondholz schier keine Grenzen kennt, beweist das Gaiser Unternehmen aktuell mit einem Überbauungsprojekt im zürcherischen Obermeilen, bei dem die Nägeli AG den gesamten Holzbauauftrag ausführt. Für den Bau der 104 Mietwohnungen und 900 Quadratmeter Gewerbefläche wurden 12’000 Kubik- meter Ostschweizer Mondholz gefällt. Nach alter Tradition wurde das Holz bei der richtigen Mondkonstellation geschlagen und anschliessend zu einem grossen Teil an der Luft getrocknet. «Es war eine ziemliche Herkulesaufgabe, so viel Mondholz rechtzeitig vor Ort zu haben. Aber dank unseren spontanen und flexiblen Forst- betrieben, mit denen wir seit Jahren zusammenarbeiten, haben wir diese Herausforderung gut gemeistert», freut sich Patrik Nägeli. Der Auftrag für dieses Grossprojekt erfolgte per Handschlag mit seinem Vater Hannes: «Die Investorin, die mit ihrem Erbe nachhaltige Wohnungen realisieren möchte, sprach eingangs ihres Besuchs bei uns von einem ‹Projektli›. Als wir sie durch unseren Betrieb führten und sie unseren Mitarbeitenden begegnete, stand für sie nach kurzer Zeit fest: «Bei euch habe ich ein gutes Gefühl. Ihr macht das. Erst danach schilderte sie uns die Dimensionen ihrer Projekte», erinnert sich Patrik Nägeli.
Kundschaft schwärmt vom Wohnklima
Immer mehr Kundinnen und Kunden schätzen die Eigenschaften von Mondholz. «Es kostet aufgrund des aufwendigeren Fällens etwas mehr, aber unsere Bauherren entscheiden sich bewusst für Nachhaltigkeit und Qualität. Mondholz verzieht sich weniger und reisst kaum. Es ist also ideal für nachhaltige und langlebige Holzbauten», betont Patrik Nägeli. Das Vollholzsystem passe in jede Architektur – ob für Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser oder ganze Überbauungen. «Wir bekommen immer wieder sehr schöne Rückmeldungen von unserer Kundschaft, die vom besonderen Wohnklima ihres Vollholz-Daheims schwärmt. Mondholz ist nicht nur ein Rohstoff – es ist ein Statement für einen respektvollen Umgang mit der Natur und die Rückbesinnung auf Werte, die in unserer schnelllebigen Zeit oft vergessen werden.»
Unternehmensphilosophie im Blut
Mit 103 Mitarbeitenden ist die Nägeli AG eine wichtige Arbeitgeberin in der Region. Besonders stolz ist das Unternehmen auf die Förderung junger Talente:
«Wir bilden in vier Berufen aus und legen grossen Wert auf eine harmonische Unternehmenskultur mit flachen Hierarchien», betont Patrik Nägeli. Der 34-Jährige hat im Januar 2024 die Geschäftsführung von seinem Vater Hannes übernommen und führt das Unternehmen in die Zukunft.