Bahn ausser Betrieb infolge Erneuerung der Bahn bis Spätherbst 2026 eingestellt!
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Nachhaltigkeit in der Seilbahntechnik

Seilbahnen sind weit mehr als touristische Attraktionen. In zahlreichen Metropolen werden sie als funktionaler Bestandteil des öffentlichen Verkehrs eingesetzt – dort, wo klassische Verkehrssysteme an topografische, räumliche oder infrastrukturelle Grenzen stossen.

Urbane Mobilität weltweit

Besonders in dicht bebauten Städten ermöglichen sie direkte Verbindungen über natürliche und gebaute Barrieren hinweg, ohne zusätzlichen Boden zu versiegeln. Wie im Interview mit Ueli Sutter erfahren, ist in Paris im Dezember 2025 die längste urbane Seilbahn Europas entstanden. Sie verkürzt Pendelzeiten spürbar und eröffnet neue Perspektiven über Dächer und Bahnlinien. Ein weiteres Beispiel ist die Seilbahn über die Themse, die seit 2012 Greenwich Peninsula und Royal Docks in London verbindet und Teil des Verkehrsverbunds ist.

In Südamerika gelten urbane Seilbahnen seit Jahren als bewährtes Mobilitätsinstrument. Das Metrocable in Medellín zeigt, wie steile Hanglagen und Aussenviertel effizient an das Zentrum angebunden werden können. Ähnliche Konzepte finden sich in Bogotá, Mexico City oder Santiago de Chile, wo Seilbahnen den Alltag der Menschen erleichtern und vormals isolierte Quartiere besser erschliessen.

 

Gibt es Trends hinsichtlich Nachhaltigkeit?

Seilbahnen sind grundsätzlich sehr umweltfreundlich. Sie fahren elektrisch, brauchen wenig Energie und sind emissionsarm. Die alte Bahn besteht mehrheitlich aus Stahl und kann recycelt werden. Dazu kommt: Es hängen zwei Kabinen am gleichen Seil; fährt die eine ins Tal, hilft sie der anderen beim Hochfahren. Das ist ein einfaches, aber geniales Prinzip der Energierückgewinnung.

Spielt in der Seilbahntechnik die Digitalisierung eine grosse Rolle?

Sie hilft bei der Überwachung, Wartung und Datenerfassung. Jede Fahrt kann dokumentiert werden, Fehlermeldungen sind sofort sichtbar. Aber das Herzstück bleibt die Mechanik – sie funktioniert bei Wind, Schnee und Eis zuverlässig.

Wird an neuen Entwicklungen und Technologien geforscht?

Früher gab es an der ETH ein Institut für Seilbahntechnik; in den Neunzigerjahren wurde es jedoch geschlossen. Man war der Meinung, der Bereich sei weit genug erforscht. Seither liegt diese Aufgabe bei uns Herstellern. Als Weltmarktführerin hat die Doppelmayr Gruppe die Verantwortung übernommen, die Systeme voranzutreiben – immer mit dem Fokus auf die Kundenbedürfnisse.

Wie verändert der Klimawandel die Branche?

Der Wintersport bleibt zentral, aber viele Destinationen setzen vermehrt auf Ganzjahresbetrieb. Im Sommer transportieren Sesselbahnen Bike- und Wanderfreudige. Gleichzeitig wächst das Interesse an urbanen Seilbahnen – in Südamerika etwa sind sie längst Teil des öffentlichen Verkehrs. In La Paz (Bolivien) wurde ein 30 km langes Seilbahnnetz durch unsere Unternehmensgruppe realisiert, und es ist ein voller Erfolg.

Die Menschen können sich wieder freier bewegen in der Stadt. In Paris konnten wir eine Gondelbahn im ÖV einsetzen, allerdings scheint in Europa der Leidens-druck noch zu gering zu sein. Für mich unverständlich, denn der Boden ist vielerorts überfüllt, während die Luft über freie Kapazitäten verfügt.

Sind solche urbanen Systeme auch in der Schweiz denkbar?

Wir hatten schon in fast jeder grösseren Stadt ein Projekt, zumindest auf dem Papier (lacht). Hier bleibt unser Hauptbusiness vorerst der Bergtourismus. Am Schilthorn konnten wir gerade die steilste Luftseilbahn der Welt bauen.

Wie sieht die Seilbahn der Zukunft aus?

Wir bleiben bei seilgezogenen Systemen, denn sie haben sich bewährt. Weiterentwicklungen gehen Richtung Hochleistungsbahnen mit Drei-Seil-Systemen, die grössere Kabinen und höhere Transportleistungen ermöglichen. In Hoch-Ybrig haben wir kürzlich eine solche Bahn mit Gondeln für bis zu 18 Personen realisiert.

Und welche Rolle spielt die künstliche Intelligenz dabei?

Wir setzen sie bereits ein – etwa bei Assistenzsystemen für Sesselbahnen. Kameras überwachen den Ein- und Ausstieg automatisch, um die Sicherheit zu erhöhen und den Betrieb effizienter zu machen. Hier arbeiten wir mit unserem Technologiepartner Mantis Ropeway Technologies, einem ETH-Spin-off, zusammen. Sie haben für ihre Idee in diesem Jahr den Swiss Mountain Award gewonnen.

Gondelbahn in Mexico City für die Regulierung des Stadtverkehrs.

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Auswahl urbaner Seilbahnlösungen von Doppelmayr/Garaventa

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