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Räder, Schritte und Rampen

Ob mit dem Velo, zu Fuss oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Die Varianten der Mitarbeitenden der Säntis-Schwebebahn AG, wie sie zur Arbeit kommen, sind so individuell wie das Team selbst. Nicu Sohoreanu schwingt sich für seinen Arbeitsweg aufs Velo, Jan Bollhalder meistert ihn im Rollstuhl mit Zug und Postauto und Regula und Markus Ragaz kommen zu Fuss zur Arbeit.

Barrierefrei auf die Schwägalp

Seit Mai 2024 ist Jan als kaufmännischer Mitarbeiter und Assistenz der Buchhaltung bei der Säntis-Schwebebahn AG tätig. Der 33-jährige Toggenburger, der seit seiner Kindheit auf einen Rollstuhl angewiesen ist, braucht für seinen Arbeitsweg von seiner Wohnung in Wattwil bis ins Büro auf der Schwägalp jeweils 75 Minuten.

Im Winter kann es mühsam sein Jan arbeitet in einem 50-Prozent-Pensum bei der Säntis-Schwebebahn AG. Er hat sich bewusst dazu entschlossen, dafür jeden Morgen von Montag bis Freitag die Reise hinauf zur Schwägalp unter die Räder zu nehmen. «Ich möchte Beruf und Privatleben klar trennen und geniesse es, im Team zu arbeiten,» erklärt der passionierte Monoski-Fahrer. Dabei meistert er die Herausforderungen seines Arbeitswegs mit beeindruckender Selbstständigkeit: Er wohnt fünf Minuten vom Bahnhof Wattwil entfernt. Diese Strecke kann im Winter schon mal zur Herausforderung werden, wenn die Trottoirs oder Perrons noch nicht vom Schnee freigeräumt sind. In Nesslau muss Jan vom Zug ins Postauto umsteigen. Dafür klappt die jeweilige Postauto-Fahrerin oder der Postauto-Fahrer manuell eine Rampe im Einstiegsbereich aus. Dasselbe Spiel wiederholt sich auf der Schwägalp beim Aussteigen. Am Arbeitsort sind alle relevanten Räume barrierefrei. «Ich nehme den Lift ins Erdgeschoss zu meinem Büro, aber das ist kein Problem.» Mit einer Blindbewerbung im Frühling 2024 landete Bollhalder direkt im Team – als erster Mitarbeiter im Rollstuhl. «Ich werde hier ganz normal als Mensch wahrgenommen, und das schätze ich sehr», sagt er.

Dank «bike to work» aufs Velo gekommen

Nicu gehört seit 2016 zum Säntis-Küchenteam und wohnt in Urnäsch. Der gebürtige Rumäne schwingt sich für seinen 10,5 Kilometer langen Arbeitsweg leidenschaftlich gerne in den Velosattel. Als Junge träumte er davon, in den Bergen zu leben und wandernd oder mit dem Velo die Natur zu geniessen. «In meiner Heimat sind die Strassen nicht so gut ausgebaut und für Fahrradfahrer ist es oft gefährlich. Umso mehr geniesse ich es, die Schweiz mit meinem E-Bike zu erkunden», so der 41-Jährige.

So richtig vom Bike-Virus befallen wurde Nicu im Mai 2024. Damals war er Teil der zweimonatigen «bike-to-work»-Aktion des Küchenteams. Seither weicht er nur bei garstigem Wetter auf das Auto oder Postauto aus. «Mir tut es einfach nur gut, wenn ich die dreissig Minuten hinauffahre oder nach Feierabend wieder ins Tal sause.» Zu einer Panne oder gar Unfall kam es dabei noch nie. Einzig einmal hatte Nicu vor der Abfahrt einen platten Vorderpneu. Seit einigen Monaten sieht man den frischgebackenen Vater in seiner Freizeit oft mit dem Veloanhänger durch die Säntisregion kurven. «Mein Sohn geniesst unsere Ausfahrten mindestens ebenso sehr wie ich», freut sich Nicu.

Leben und Arbeiten am Säntis

Den kürzesten Arbeitsweg der Säntis-Crew haben Regula und Markus. Das Paar wohnt seit 16 Jahren schräg gegenüber der Bruder-Klaus-Kapelle auf der Schwägalp. Auf die Idee, die Schwägalp zum ganzjährigen Wohnsitz zu küren, brachte die beiden ihre älteste Tochter, die ihre Hotelfach-Lehre bei der Säntis Schwebebahn AG absolvierte. «Wir haben bereits vorher in Oberhelfenschwil an exponierter Lage gewohnt», hält Markus fest. Als das Haus beim ehemaligen Skilift auf der Grossen Schwägalp zum Kauf stand, griffen er und seine Frau zu. Während Regula seit 15 Jahren im Shop auf dem Säntisgipfel und der Schwägalp arbeitet, begrüsst ihr Mann seit 2022 die Gäste regelmässig in der Schwebebahn-Kabine. Seither beträgt der gemeinsame Arbeitsweg des Ehepaars gerade einmal 500 Meter.

Im Winter machen die beiden nach Feierabend gerne eine kleine Zusatzschlaufe via Laternliweg. «Dort begegnen uns schon mal Fuchs, Reh oder Hase. Im Sommer sind es dann eher Geissen oder
Kühe.» Einsam fühlt sich das Paar auf der Schwägalp nicht: «Wir wohnen an einer Lebensader. Tagsüber ist hier immer etwas los und wir bekommen sehr oft Besuch aus unserem Freundes- und Bekanntenkreis, der bei uns einen Zwischenstopp einlegen», hält Markus fest. Der 61-Jährige ist leidenschaftlicher Hobby-Meteorologe und Sturmjäger. Nur logisch also, dass es den ehemaligen Betriebsleiter des Hallenbads Bütschwil beruflich auf den Ostschweizer Wetterberg zog.

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