Wo Naturerlebnis auf Nachhaltigkeit trifft
Auf der Fahrt im Postauto die spektakuläre Landschaft bestaunen. Im NaturErlebnispark Schwägalp mit etwas Glück ein Auerhuhn beobachten. Im «Säntis – das Hotel» ein regionales Gericht geniessen. In gesundem Klima die Nacht verbringen – und in emissionsarmer Manier zum Säntisgipfel hochschweben. Auf den ersten Blick hört sich das nach einer gewöhnlichen Tourismusdestination an, die ihren Gästen ein unvergessliches Erlebnis beschert. Dahinter steckt jedoch ein konsequentes und umfassendes Nachhaltigkeitsprogramm, das im Sommer 2025 das höchste Level bei Swisstainable erreicht hat.
Die hohen Standards
Das Nachhaltigkeitsprogramm Swisstainable prägt den Schweizer Tourismus zunehmend, und viele Auftraggeber setzen bereits voraus, dass Seminare und Events nur in zertifizierten Häusern stattfinden sollen. Für die Säntis-Schwebebahn AG ist Swisstainable daher sehr wichtig. Gestartet mit Level I – committed wurden sehr schnell die nötigen Zertifikate eingereicht, um Level II – engaged zu erreichen, was 2023 der Fall war. Doch der Plan lautete, innert zwei Jahren das höchste Level zu erreichen. Dieser Schritt war deutlich grösser, denn Level III erfordert umfassende Nachhaltigkeitsstandards und viel aufwendigere Zertifikate. «Wir haben uns für den Auditpartner Good Travel Seal entschieden», erläutert Urs Dähler, der kaufmännische Leiter. Um das Level zu erreichen, wurde ein bereichsübergreifendes Projektteam gebildet, das konsequent an den Vorgaben arbeitete. Bewertet werden unter anderem Energie- und Ressourceneffizienz, Abfall- und Wassermanagement, faire Arbeitsbedingungen, regionale Wertschöpfung sowie transparente Informationen gegenüber Gästen. «Das Audit verlief sehr effizient und nach rund zwölf Monaten Arbeit konnten wir das Swisstainable-Level-III-Zertifikat entgegennehmen», freut sich Dähler.
Der regionale Genuss
Ein zentraler Punkt der positiven Bewertung ist die enge Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Produzierenden. Fleisch, Käse, Gemüse, Brot und viele weitere Produkte stammen weitgehend aus der Umgebung. Importware wird – wenn immer möglich – durch Schweizer Alternativen ersetzt. Es gibt ein ansehnliches Angebot an vegetarischen, veganen und allergieverträglichen Gerichten. Auf gefährdete Fischarten wird verzichtet und Lebensmittelabfälle sind dank akribischer Planung und Sous-vide-Technik drastisch minimiert worden. «Mit den kurzen Lieferwegen reduzieren wir nicht nur Emissionen, sondern stärken die lokale Wirtschaft und Identität», sagt Karl Metzger, Food & Beverage Manager.
Ein energieeffizienter Betrieb
Was in der Küche selbstverständlich ist, gehört auch im restlichen Betrieb zum Alltag, wie z. B. die Wärmerückgewinnungssysteme in der Lingerie, LED-Beleuchtungen oder die optimierte Heizsteuerung. Der Stromverbrauch wird an allen Standorten detailliert gemessen, analysiert und fortlaufend reduziert. Besonders zukunftsweisend sind die Photovoltaikanlagen auf der Passhöhe und auf dem Säntisgipfel. Sie liefern einen bedeutenden Anteil an eigenem Solarstrom. So gelingt die stetige Verringerung des CO2-Fussabdrucks, gleichzeitig wird die Versorgungssicherheit gestärkt.
Swisstainable
Die Säntis-Schwebebahn AG ist Teil des Nachhaltigkeitsprogramms Swisstainable und im Sommer 2025 auf das höchste Level III – leading ein gestuft worden. Dieses Programm vereint Betriebe und Organisationen entlang des gesamten Schweizer Tourismussektors. Mit der Teilnahme verpflichtet sich ein Unternehmen zu einer kontinuierlichen nach haltigen Entwicklung, verfolgt konsequente Massnahmen im Bereich der Nachhaltigkeit und leistet somit einen konkreten Beitrag für einen nachhaltigen Schweizer Tourismus.
Der Respekt vor der Natur
Als Tourismusbetrieb in einem sensiblen Alpgebiet trägt das Unternehmen eine besondere Verantwortung für die Umwelt. Ein eigener Ranger sorgt dafür, dass die Naturflächen gepflegt, Wege geschützt und Wildtiere nicht gestört werden. Der NaturErlebnispark Schwägalp verfolgt zudem das Ziel, die Besucherinnen und Besucher für den respektvollen Umgang mit der Natur- und Bergwelt zu sensibilisieren. Auch beim Wasserverbrauch setzt die Säntis-Schwebebahn AG auf Innovation. Bestes Beispiel ist das Regenwasser, das auf dem Säntisgipfel in einer Aufbereitungsanlage gesammelt, gefiltert und in Trinkwasser umgewandelt wird. Auch die moderne Abwasserreinigungsanlage auf der Schwägalp hat Vorbildcharakter, denn das Wasser wird mit biologischer Reinigung und Membranfiltration aufbereitet, sodass es bedenkenlos in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden kann.
Die soziale Verantwortung
Neben alledem ist das Wichtigste nicht zu vergessen: die Menschen, die hier arbeiten. Die Säntis-Schwebebahn AG engagiert Menschen mit Beeinträchtigungen, Asylbewerbende und bildet Lernende in verschiedenen Berufen aus. Auch Weiterbildungen werden gefördert. «Ein inklusives Arbeitsumfeld, faire Löhne und Gleichberechtigung sind für uns selbstverständlich», betont Dähler. Damit nicht genug: Ein internes Nachhaltigkeitsteam mit Mitarbeitenden aus allen Bereichen entwickelt die Strategien laufend weiter, damit ökologische und soziale Verantwortung auch künftig Hand in Hand gehen. Durch die kontinuierlichen Verbesserungen, regionale Zusammenarbeit und technologischen Innovationen zeigt die Säntis-Schwebebahn AG, wie nachhaltiger Tourismus in den Alpen funktioniert – im Einklang mit Natur, Kultur und Gemeinschaft. Swisstainable Level III – leading ist der Beweis dafür, was aber nicht heisst, dass das Projekt abgeschlossen ist: «Nachhaltigkeit ist eine Reise, die nie endet», so Dähler.
Drei Säulen der Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit prägt alle Branchen. Laut dem Magazin Forbes zählt nachhaltiges, ressourcenschonendes Handeln zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren der Zukunft. Doch worauf sollten sich Unternehmen konzentrieren, um wirklich nachhaltig zu agieren? Antworten liefert das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit, das alle wichtigen Aspekte gleichermassen berücksichtigt.
Das Zusammenspiel zählt: Nur wenn alle drei Bereiche im Gleichgewicht sind, kann sich eine Gesellschaft – oder ein Unternehmen – dauerhaft verantwortungsvoll entwickeln.
1. Ökologie | Natur und Ressourcen schützen: Massnahmen zur Energieeffizienz, Abfallvermeidung, Wasserschonung und Minimierung von Emissionen stehen hier im Zentrum. |
2. Ökonomie | Langfristigen Erfolg sichern: Nachhaltige Geschäftsmodelle, Investitionen in Innovation und Effizienz sowie regionale Wertschöpfung. |
3. Soziales | Auf fairen Umgang mit Menschen setzen: gerechte Arbeitsbedingungen, Chancen-gleichheit, Gesundheits- und Arbeitsschutz sowie Mitbestimmung und Teilhabe. |