Bahn ausser Betrieb infolge Erneuerung der Bahn bis Spätherbst 2026 eingestellt!
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Seilzugmaschine auf der Schwägalp, die den kontrollierten Einzug der neuen Tragseile der Säntis-Schwebebahn ermöglicht.

Die neuen Tragseile auf dem Weg zum Säntisgipfel

Die Vorbereitungen für den Seilzug der neuen Tragseile sind abgeschlossen. Bevor die 55 Tonnen schweren Stahlseile gezogen werden können, waren auf dem Gipfel, bei der Zwischenstütze sowie auf der Schwägalp umfangreiche Vorarbeiten erforderlich.

Erster Seiltransport zur Schwägalp

Bereits am 1. Juli 2026 erreichten zwei der neuen Trag- sowie das Zugseil die Schwägalp. Hergestellt wurden sie von der Firma Fatzer in Romanshorn und für den Transport waren drei Sattelzüge der Unternehmer Wipfli AG und Emil Egger AG im Einsatz.

Der Konvoi führte von Romanshorn über St. Gallen und Urnäsch bis zur Schwägalp. Entlang der Strecke und auf der Schwägalp verfolgten zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer die aussergewöhnliche Fracht.

Die beiden Tragseile sowie das Zugseil wurden auf Stahltrommeln, sogenannten Bobinen, angeliefert. Auf den vorbereiteten, ebenen Flächen wurden zwei massive Hebeböcke installiert, zwischen welchen sich der Auflieger genau positionieren musste. Anschliessend wurde die Seiltrommel mit Hilfe einer Welle angehoben und das Transportfahrzeug konnte sich wieder entfernen.

Abschliessende Betonarbeiten an der Zwischenstütze

Am Vormittag des 5. August wurden an der Zwischenstütze die letzten Bauarbeiten durch die ARGE Säntis abgeschlossen. Dazu gehörte das Ausgiessen der Stützenfussfundamente sowie die Fertigstellung der Betonoberflächen. Diese Arbeiten mussten vor dem Auflegen der Seile erfolgen, da der anschliessende Betontransport mit dem Helikopter durch die bereits auf der Stütze liegenden Seile erheblich erschwert worden wäre.

Für den Betontransport kam ein Helikopter vom Typ Écureuil der Swiss Helicopter AG zum Einsatz. Insgesamt wurden 18 m3 Beton für die abschliessenden Arbeiten benötigt. Im Fünf-Minuten-Takt wurde der Beton zur Stütze geflogen, wo er teilweise direkt und teilweise über vorbereitete Rutschen verarbeitet wurde.

Der anspruchsvolle Zeitplan erforderte eine enge Abstimmung zwischen allen beteiligten Unternehmungen. Dank einer klaren Kommunikation und einer präzisen Arbeitsweise konnten die Betonarbeiten planmässig bis zum Mittag abgeschlossen werden.

«Die Herausforderung bestand darin, den Helikoptertransport, die Betonarbeiten und die anschliessenden Vorbereitungen für den Kranrückbau exakt aufeinander abzustimmen. Dass wir den anspruchsvollen Zeitplan einhalten konnten, ist das Ergebnis einer hervorragenden Zusammenarbeit aller Beteiligten.» sagte Cédric Aellig der Garaventa AG.

Spezialtransport mit Seiltrommeln auf der Passstrasse zur Schwägalp. Die neuen Tragseile werden für den Einzug auf die Baustelle der Säntis-Schwebebahn geliefert.
Spezialtransport mit Seiltrommeln auf der Passstrasse zur Schwägalp. Die neuen Tragseile werden für den Einzug auf die Baustelle der Säntis-Schwebebahn geliefert.

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Baukran weicht für den Seilzug

Unmittelbar danach begann der Rückbau des 55 Meter hohen Baukrans, der für den bevorstehenden Seilzug weichen musste. Hierfür kam ein AS 332 Super Puma der Heliswiss International AG zum Einsatz. Bereits am Vormittag traf der Helikopter auf der Schwägalp ein, um die Vorbereitungen für den Rückbau zu treffen. Unter der Leitung von Projektleiter Sebastian Jauch wurde der Einsatz in enger Abstimmung mit der Garaventa AG und weiteren Beteiligten koordiniert.

Auf der Zwischenstütze bereiteten drei Monteure der Liebherr Construction gemeinsam mit drei Flughelfern der Heliswiss International die einzelnen Kranelemente für den Abtransport vor. Zuerst wurden die Gegengewichte aus den Halterungen gehoben, anschliessend Ausleger und Drehteil demontiert, bevor zuletzt der Turm zurückgebaut und praktisch alle Kranteile in insgesamt 17 Rotationen zur Schwägalp geflogen wurde.

«Der Rückbau ist reibungslos verlaufen. Wir stehen während des gesamten Einsatzes in ständigem Kontakt mit dem Piloten und können bei Bedarf jederzeit eingreifen», erklärte Jauch.

Aufgrund seines Gewichts von rund 4,8 Tonnen kann das unterste Turmstück nicht per Helikopter ausgeflogen werden. Es verbleibt daher vorerst auf dem Kranfundament bei der Zwischenstütze und wird zusammen mit den demontierten Stahlteilen der alten Stütze zu einem späteren Zeitpunkt mit der neuen Schwebebahn ins Tal befördert.

Aufgrund des hervorragenden Wetters und der Tatsache, dass vielerorts noch Ferienzeit war, wurde der spektakuläre Rückbau von zahlreichen Besucherinnen und Besucher auf der Schwägalp mit grossem Interesse verfolgt.

Zwei Garaventa-Monteure befestigen eine Muffe, mit der die Enden der Tragseile für die weitere Montage verbunden werden.

Einblicke in den Seilzug?

Jeweils am Mittwoch findet eine Baustellen-Information mit anschliessender Führung durch die Talstation statt. Während des Seilzugs erhalten die Teilnehmenden spannende Einblicke in die einzelnen Arbeitsschritte sowie in die anspruchsvolle Tätigkeit der Monteure vor Ort.

Bestehende Tragseile als Zugseile für die neuen Tragseile

Für den Seilzug übernehmen die bestehenden Seile eine zentrale Funktion: Sie dienen als Zugseile und ermöglichen es, die neuen, deutlich schwereren Stahlseile von der Schwägalp bis zur Bergstation zu ziehen.

Damit dies möglich ist, mussten die bestehenden Tragseile zunächst wieder auf die Seilsättel der neuen Zwischenstütze gehoben werden. Hierfür installierten die Monteure der Garaventa AG eine Hebekonstruktion mit einem massiven Flaschenzug. Der effektive Seilzug erfolgt über in den Sätteln eingelegte Seilrollen. Mit dem Abschluss dieser Arbeiten waren die Vorbereitungen an der Zwischenstütze beendet und eine wesentliche Voraussetzung für den bevorstehenden Einzug war geschaffen.

Auch auf der Bergstation wurden die notwendigen Einrichtungen vorbereitet. Für jeden Seilzug werden zwei bestehende Seile provisorisch mit einer Muffe verbunden und in die Umlenkstation eingelegt. Diese wird von je vier Felsanker zurückgehalten. Dort übernimmt eine eigens installierte Umlenk- und Flaschenzugkonstruktion die Zugkraft der linearen Seilzugmaschine. Mehrere Umlenkrollen auf dem Podest sowie von einer Zugwinde angetriebene Flaschenzüge sorgen dafür, dass die Kräfte kontrolliert übertragen und die Stahlseile auf die Seilsättel positioniert werden können. Sobald ein neues Seil mit der notwendigen Überlänge den Gipfel erreicht hat, müssen die Kräfte mit Hilfe von Klemmplatten abgefangen und das Seilende in aufwendiger Arbeit in das Gebäude eingeführt und auf dem Poller aufgewickelt werden. Um die hohen Kräfte zu beherrschen und die Seile schlussendlich auf den Sätteln zu positionieren, sind umfangreiche Installationen notwendig.

«Der Seilzug lässt sich nur durchführen, wenn sämtliche Vorbereitungen entlang der Strecke exakt aufeinander abgestimmt sind. Bereits kleinste Abweichungen bei den Installationen oder der Seilführung könnten den Ablauf erheblich erschweren», erklärt Aellig.

Der lineare Seilzug zum Gipfel

Auf der Schwägalp wurden die erforderlichen Zug- und Bremsmaschinen installiert. Im Zentrum steht eine lineare Seilzugmaschine mit einer Zugkraft von 32 Tonnen. Mit zwei Klemmen zieht sie das Tragseil kontinuierlich Richtung Säntis. Während das neue Tragseil von der Bobine abgewickelt wird, wird das bestehende Tragseil gleichzeitig auf eine Trommel aufgewickelt. Beide Vorgänge müssen exakt aufeinander abgestimmt sein und mit derselben Geschwindigkeit von ca. 400m pro Stunde erfolgen. Eine einfache Erklärung für den linearen Seilzug ist die Vorstellung, dass ein Mensch abwechslungsweise mit beiden Händen an einem Seil zieht, während dieses stets in Bewegung bleibt.

Als Gegenstück zur Zugmaschine dient eine Spillwinde mit einer Bremskraft von 27 Tonnen. Zusätzlich verfügt der Seilhaspel selbst über eine Bremskraft von rund einer Tonne. Das Zusammenspiel von Zug- und Bremsmaschine ermöglicht eine kontrollierte Bewegung des Tragseils über die gesamte Strecke und gewährleistet einen sicheren Einzug bis zur Bergstation.

Damit die Tragseile während des Einzugs nicht mit der Geländestruktur in Berührung kommen, wurden entlang der Strecke verschiedene Trag- und Umlenkrollen installiert. Diese befinden sich unter anderem an der ehemaligen Stütze 1 sowie auf den Felsvorsprüngen vor der Bergstation. Durch die Zug- und Bremseinrichtung werden die Seile dauernd unter Spannung gehalten, sodass sie angehoben bleiben und vor Verschmutzung und Beschädigungen durch Reibung geschützt sind.

Die Verbindung zwischen den bestehenden und den neuen Tragseilen erfolgt über sogenannte Königsmuffen mit Rechts-Links-Gewinde. Dafür werden die Enden der Tragseile zunächst geöffnet und die einzelnen Stahldrähte aufgefächert. Anschliessend wird die Muffe und mit Kunstharz ausgegossen. Nach dem Aushärten entsteht eine hochfeste Verbindung, durch welche die Kräfte während des Seileinzugs sicher übertragen werden können.

Nach der Herstellung der Seilverbindung beginnt der eigentliche Einzug der neuen Tragseile. Meter für Meter werden die rund 2.5 Kilometer langen Stahlseile von der Schwägalp auf den Säntis gezogen. Der Einzug und die anschliessende Positionierung eines Tragseils auf dem Poller und den Seilsätteln der Bergstation, der Zwischenstütze und der Talstation dauern rund zwei Wochen.

Die erste Seilverbindung auf den Säntis

Bereits in den 1930er-Jahren stellte Niklaus Zwingli aus Ennetbühl die erste direkte Verbindung zwischen Säntis und Schwägalp her. Dazu liess er sich von seinen Kameraden über die steile Säntiswand abseilen und zog dabei ein dünnes Drahtseil, ein sogenanntes Vorseil, mit sich. In mehreren Arbeitsschritten wurden daran nach und nach stärkere und schwerere Seile nachgezogen, bis schliesslich die endgültige Verbindung zwischen Tal und Berg vorhanden war.

Von dieser Pionierleistung profitieren die Arbeiten am Säntis bis heute. Dank den bestehenden Seilverbindungen muss heute kein neues Vorseil mehr über die Säntiswand gezogen werden. Stattdessen können die bestehenden Seile genutzt werden, um die neuen Tragseile von der Schwägalp auf den Säntis einzuziehen.

Das Grundprinzip ist jedoch dasselbe geblieben: Mithilfe einer vorhandenen Verbindung werden schrittweise neue und schwerere Seile über die Strecke geführt. Was vor rund 90 Jahren mit einem dünnen Drahtseil begann, ermöglicht heute den Ersatz der Seile im Projekt «Säntis 2026» und bildet damit noch immer die Grundlage für den Seilzug zwischen Tal und Berg.

Niklaus Zwingli bei der ersten Seilverbindung für die Säntis-Schwebebahn. Die historische Aufnahme zeigt die anspruchsvolle Arbeit im alpinen Gelände während des Baus der Bahn.

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