saentisbahn.ch
Bahn in Betrieb
Menü

Aufklärung für die Balance

Der NaturErlebnispark Schwägalp/Säntis (NEP) ist ein einzigartiges Refugium für Flora und Fauna. Seit Oktober 2024 hilft Simon Meier als erster Ranger mit, dieses aussergewöhnliche Ökosystem auch für die nächsten Generationen zu erhalten. Bei seiner täglichen Arbeit setzt er sich dafür ein, das Gleichgewicht zwischen Naturschutz und Besuchererlebnis zu wahren.

Der Ranger der Schwägalp

Seit dem 1. Oktober 2024 gibt es auf der Schwägalp mit Simon Meier einen Ranger für den NaturErlebnispark Schwägalp/Säntis. Er sieht sich als sichtbare Schnittstelle zwischen diesen verschiedenen Bedürfnisgruppen. Mindestens dreimal wöchentlich unternimmt er zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten Rundgänge durch den NaturErlebnispark Schwägalp/Säntis und führt Buch über Belastungen und Veränderungen in der Natur. «Meine Beobachtungen und Dokumentationen dienen als Basis, um zu analysieren, wie und wann sich die unterschiedlichen Besucherströme auf das Gebiet auswirken. Dabei geht es vor allem darum, Massnahmen zu ergreifen, die den Druck auf die Natur möglichst geringhalten», hält der 47-Jährige fest.

Wanderleiter und Pistenretter

Für Simon Meier ist es eine Herzensangelegenheit, sich dafür einzusetzen, dass die touristische Attraktivität die einzigartige Biodiversität am Fuss des Säntis nicht zu sehr beeinträchtigt: «Ich war schon immer sehr naturverbunden und habe stets berufliche Aufgaben gesucht, die nicht alltäglich sind», hält der gelernte Sportartikelverkäufer fest. So zog es den gebürtigen Nesslauer nach der Lehre ins Wallis, wo er bei den Matterhorn-Bahnen bis Dezember 2009 im Pistenrettungsdienst arbeitete. Danach ging es zurück in seine Heimat, wo er bis September 2024 bei den Toggenburger Bergbahnen angestellt war. Im Wallis hat der Toggenburger die zweieinhalbjährige Wanderleiterausbildung absolviert. Dem Wandern, Berg-steigen, Touren- und Skifahren frönt Simon Meier gerne auch in seiner Freizeit – am liebsten zusammen mit den beiden Söhnen und seiner Frau.

«Meine Hauptaufgabe ist es zu helfen, Natur, Kultur und Tourismus in Einklang zu bringen», sagt Meier

Obwohl die Ranger-Tätigkeit auch Aufsichtsfunktionen beinhaltet, sieht sich Simon Meier nicht als Polizist. «Ich verstehe meine Aufgabe als Ranger mehr als Begleiter und Ansprechpartner für die Gäste auf der Schwägalp.» Das Gros der Besuchenden verhalte sich sehr verantwortungs-bewusst. So sei Littering ein marginales Problem.

Ermahnt werden müssten vor allem Personen, die wild campen. «Stosse ich hier auf uneinsichtige Wiederholungstäterinnen und -täter, werden diese verzeigt. Das sind aber absolute Ausnahmen.» Viel wichtiger und häufiger seien präventive Gespräche mit den Gästen, um Verständnis und Respekt für die einzigartige Flora und Fauna im Naturgebiet am Säntis zu fördern.

Moorlandschaft von nationaler Bedeutung

Simon Meiers «Arbeitsplatz» auf der Schwägalp kann mit einer beachtlichen Biodiversität aufwarten. Das Gebiet bis zum Säntis ist einerseits eine beeindruckende Berglandschaft, weist aber auch eine Kulturlandschaft mit Wurzeln auf, die über 1000  Jahre zurückreichen. Um die einzigartige Pflanzen- und Tierwelt in diesem Gebiet zu bewahren, wurden in der Vergangenheit zahlreiche Schutzmassnahmen getroffen. Grosse Teile der Schwägalp sind heute als BLN- Gebiet (Bundesinventar der Landschaften von nationaler Be-deutung) ausgewiesen und als Moorlandschaft besonders geschützt. Eine Wildruhezone sorgt dafür, dass seltene Arten wie Auerwild oder Rotwild ungestört bleiben können. Ebenso wurde ein Waldreservat eingerichtet, in dem sich die Natur ohne Eingriffe des Menschen entwickeln kann.

Schwaegalp Sommer Wanderweg

Führung durch den NaturErlebnispark

Entdecken Sie den NaturErlebnispark Schwägalp⁄Säntis auf einer einstündigen Führung. Erfahren Sie Spannendes über Flora, Fauna, Moore, Wälder und die Traditionen der Sennerinnen und Sennen – alles eingebettet in eine einzigartige Naturkulisse.

Verein für Weiterentwicklung des NEP

Die Idee, auf der Schwägalp einen Natur- Erlebnispark zu realisieren, entstand 1999. Man wollte ein Angebot schaffen, das den Gästen die Natur und Landschaft auf der Schwägalp näherbringt. Über das Tier- und Pflanzenvorkommen sowie die ökologischen Zusammenhänge sollte möglichst einfach und illustrativ informiert werden. Für die Umsetzung und stetige Weiterentwicklung des NEP wurde 2001 der Verein Naturforschungspark gegründet.

Wichtig ist dem Verein, dass die touristische Attraktivität der Schwägalp im Einklang mit dem schonenden Umgang der wertvollen Ressourcen Natur und Landschaft steht. Über die Jahre wurden in Zusammenarbeit mit Kantonen, Gemeinden, Grundeigentümerinnen und -eigentümern und anderen Interessensgruppen zahlreiche Projekte realisiert, um dieses Gebiet zugänglich und erlebbar zu machen, ohne dabei die Umwelt zu gefährden.

Allrounder für die Natur

Die neugeschaffene 80-Prozent-Stelle des Schwägalp-Rangers, ermöglicht durch den Kanton AR, ist ein weiteres Zeichen der Säntis-Schwebebahn AG als Arbeitgeberin für die nachhaltige Entwicklung und den Schutz der alpinen Landschaft. «Mein Alltag als Ranger ist sehr abwechslungsreich und ich entdecke immer wieder kleinere und grössere Naturschauspiele auf meinen Rundgängen», freut sich Simon Meier. Wenn er nicht im Einsatz als Ranger steht, hilft er den Wildhüterinnen und Wildhütern bei Wildtierzählungen oder dem Säntis-Team als Allrounder bei Hauswartungsarbeiten und der Schneeräumung.

«Mein Alltag als Ranger ist sehr abwechslungsreich.»

Erleben und Lernen auf verschiedene Arten

Im NaturErlebnispark kann aktuell auf vier Themenwegen die vielfältige Landschaft auf besondere Art entdeckt werden. Die Route «Mensch und Umwelt» zeigt am Beispiel Alp- und Forstwirtschaft, wie Tradition und Moderne auf der Schwägalp im Einklang stehen. Der «Alpwirtschaftsweg» gibt Einblicke in das Leben der Sennerinnen und Sennen und informiert über traditionelle Nutzpflanzen, während der «Moorweg» seltene Arten wie das Birkhuhn und den fleischfressenden Sonnentau vorstellt. Auf dem «Waldweg» wird die wichtige Schutzfunktion des Waldes deutlich. Ergänzend zu den Themenwegen gibt es schulische Angebote und Exkursionen, die das Bewusstsein für den Schutz dieser einzigartigen Landschaft schärfen und die Natur und Kultur der Schwägalp näherbringen. Dabei gibt es einiges zu entdecken: 2022 haben Fachleute bei einer Erhebung der Arten 822 verschiedene Insekten, Pflanzen und Säugetiere gezählt.

Entdecken Sie das Freiluft- Schulzimmer

Das Team des NaturErlebnisparks Schwägalp⁄ Säntis bietet für Schulklassen geführte Exkursionen an, bei denen Schülerinnen und Schüler die einzigartige Naturlandschaft entdecken und mehr über Flora, Fauna, Moore, Wälder sowie die Alpwirtschaft erfahren können. Die Führung «NaturErlebnispark entdecken» dauert etwa eine Stunde und eignet sich für Klassen von 8 bis 20 Personen. In Kombination mit der Führung kann ein Spaghettiplausch gebucht werden.

«Erleben Sie eine einzigartige Flora und Fauna bei einer Führung in der einzigartigen Landschaft rund um die Schwägalp.»

Simon Meier

Ranger NaturErlebnispark Schwägalp/Säntis

/