Bahn in Betrieb

2016

Ein Wahrzeichen verschwindet

Das altehrwürdige «Berghotel Schwägalp» wird abgebrochen, die Verkehrsführung für den motorisierten Verkehr und für die Spaziergänger wird getrennt und gleichzeitig die Umgebung naturgerecht gestaltet.

Berghote lSchwaegalp Zeichnung

Ein Wahrzeichen verschwindet

Über 80 Jahre, gebaut zur Eröffnung der Säntis-Schwebebahn im Jahre 1935, prägte das wunderschöne Gebäude „Berghotel“ die Schwägalp. Im Frühling 2016 musste es aufgrund der Neugestaltung der Schwägalp weichen.
Architekt des Gebäudes für die Talstation der Säntis Schwebebahn war Johannes Waldburger. Er wurde am 3o. Juli 1903 in Teufen geboren und wuchs in Schwellbrunn auf. Er absolvierte eine Lehre als Zimmermann und lernte sein architektonisches Handwerk bei einem Architekturbüro in Herisau. Johannes Waldburger orientierte sich an lokalen Eigenschaften (vgl. Das Appenzeller Haus- Tradition und Moderne) und erstellte während rund 30 Jahren über 60 Gebäude – und das kaum ausserhalb der Kantonsgrenze.
Die Bauten von Johannes Waldburger fallen als eigenständige, sorgfältig in die Landschaft gesetzte Objekte auf. Das gefällige Gebäude auf der Schwägalp beinhaltete die Talstation der Schwebebahn, sowie den Restaurations- und Hotelbetrieb.
Vor dem Abbruch, sozusagen als Abschiedsveranstaltung, fand im fast leerstehenden Berghotel die ironisch, satirische Theateraufführung «Checkpoint Säntis» statt: Das Theaterstück erzählte mit Tiefgang und Witz, wie das altehrwürdige Berghotel Schwägalp zum Sinnbild des Widerstands gegen die Absperrung des Säntis wird. Inmitten der Grossbaustelle wird das eingezäunte Haus von Bürgerbewegungen, Naturschützern und Querköpfen als Bühne benutzt, um gegen den Verkauf des Ostschweizer Wahrzeichens anzukämpfen. Doch trotz hehrer Absichten kommt es zu Romanzen, Intrigen und kriminellen Machenschaften bis weit ins gegnerische Lager hinein. Da werden alle Beteiligten am Fusse des schneebedeckten Säntis mehr mit sich selbst konfrontiert als ihnen lieb ist.
Als Bühne dient das alte Berghotel Schwägalp mit seinen verwinkelten Gängen, den Gästezimmern, den Festsälen und der imposanten Küche. Nur wenige Tage vor dem Abbruch wird der legendäre Bau noch einmal mit Spiel, Installation und Musik belebt. Und am Ende wird das Publikum wieder ins Jahr 2016 entlassen – hoffentlich berührt, gut unterhalten und zum Weiterdenken angeregt.

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