Bahn in Betrieb Bergfahrten: 08.00 – 16.30 / Talfahrten: 08.00 – 17.00
Bahn in Betrieb Bergfahrten: 08.00 – 16.30 / Talfahrten: 08.00 – 17.00

1936

Erstes Säntis-Sommer-Skirennen

Das als legendär in die Säntisgeschichte eingehende Säntis-Skirennen wurd erstmal 1936 durch den Skiclub-Brülisau-Weissbad organisiert. Ein Riesenslalom unter Internationaler Beteilligung führte auf dem Grossen Schnee bis hinab zu den Chärren, bei der Meglisalp. Die Helfer fuhren am Sonntagmorgen mit dem Postauto auf dei Schwägalp zur Frühmesse in der Kapuzinerkapelle und dann mit der Säntisgbahn auf den Säntis.

Säntis Skirennen Einzeichnung 1937

Ein Anlass, der bei Skifahrern grosses Ansehen genoss

Auch Sportliche Veranstaltungen haben den Alpstein als reizendes Ski-Paradies in der Nord-ostschweiz erst so recht bekannt gemacht. In den Jahren von 1935 bis 1977 wurde jeweils um Pfingsten als letztes Rennen das traditionelle Säntis-Sommer-Skirennen durchgeführt.
Die Innerrhoder machen das Rennen
Zu Beginn der 1930er Jahre war endlich die Erstellung einer Bahn auf den Säntis absehbar. Es bot sich nun die Gelegenheit, ohne grosse Aufstiegsmühen eine Skiabfahrt von der höchsten Erhebung des Alpsteingebietes geniessen zu können. Bald entstand unter allen Ski-Clubs rund um den Säntis ein Wettrennen um die Organisation eines Abfahrtsrennens. Diesen Wettlauf gewann schliesslich der Skiclub Brülisau-Weissbad. Der Sportverein war 1929 als Skiclub Brülisau gegründet worden, drei Jahre später hatte man sich mit «Weissbad» erwei-tert.
Unter ungünstigen Vorzeichen
Bereits 1935 wurde 1½ Monate vor Eröffnung der Säntisbahn (31. Juli) zur Teilnahme an ei-nem Abfahrtsrennen eingeladen. Dank der aussergewöhnlichen Schneefälle konnte man sich damals noch im Juni in den Bergen dem Skisport widmen, während unten im Tale bereits das erste Heu eingebracht worden war. Das Vorhaben der Veranstalter wurde von vielen als Ver-rücktheit bezeichnet. Die Strecke würde bei Ausgang des Rennens mit verletzten und toten Leibern übersät sein, dachte man. Sie wurden später eines Besseren belehrt.
Erstes Säntis-Sommer-Skirennen
Am 16. Juni 1935 wurde trotz wenig verheissungsvollen Aussichten, aber dennoch bei guten Schneeverhältnissen das erste Säntis-Sommer-Skirennen durchgeführt. Zu bewältigen hatte man eine Strecke vom Säntis bis in die Nähe der Meglisalp, eine Strecke von nahezu 4000 m Länge auf einer Höhendifferenz von 1000 m. Von 60 angemeldeten Teilnehmern konnten sich nur 29 Skifahrer klassieren. In einer hervorragend kurzen Zeit siegte Karl Schlumpf aus Unterwasser. Als einzige Dame sicherte sich die Gaiserin Dora Hofstetter eine Auszeichnung. Der Wanderpreis, gestiftet von den Wirten des Säntis und der Meglisalp, ging an den Skiclub Ebnat-Kappel, an zweiter Stelle lag bereits die gastgebende Sektion. Weil der Nebel stellen-weise zu dicht war und daher die Sicht behinderte, war das Rennen überschattet durch einen kleinen Unfall. Ausgerechnet Säntisträger Johann Baptist Rusch, «Steublis-Badist», einer der besten Fahrer, zog sich durch einen Sturz einen Beinbruch zu.

Ein Anlass mit hohem Ansehen
Angesichts der relativen Ungefährlichkeit des Rennens fasste man den Beschluss, auch in den kommenden Jahren derartige Anlässe durchzuführen. Das Säntis-Sommer-Skirennen genoss in den folgenden Jahren vor allem dank der tadellosen Organisation ein grosses Ansehen. Das fünfte Rennen wurde am 5. Juni 1939 im Rahmen der Landesausstellung in Zürich als na-tionaler Anlass und zugleich erstmals als «Riesen-Slalom» aufgezogen, aber bei miserablem und entsprechend geringer Beteiligung abgehalten. Es wird berichtet, dass wegen des Säntis-Rennens sogar einmal die Zielankunft einer Etappe der Tour-de-Suisse um einen Tag ver-schoben wurde. Angeblich befürchtete man, die Rennfahrer in St.Gallen ohne Zuschauer empfangen zu müssen. Der Anlass stiess auch im nahen Ausland auf Interesse – auf ein der-art grosses, dass Teilnehmer aus Österreich unter dem Nazi-Régime für die Überquerung der Landesgrenze eine Sonderbewilligung erhalten hatten. An Stelle der beliebten Auszeich-nungen, der so genannten Säntis-Zwerge, konnten zeitweise auch Naturalpreise erkämpft werden.
1977 ein letztes Mal durchgeführt
Das Säntis-Sommer-Skirennen wurde 37 Mal durchgeführt. 1940 konnte es wegen der Gene-ralmobilmachung nicht stattfinden. 1958 wurde das Rennen infolge eines tödlichen Unfalles sofort abgebrochen, ein Rennfahrer verlor in dem fast plötzlich aufgetauchten Nebel die Orientierung und fuhr ob dem Ziel in die Zuschauer hinein. Von einem tödlichen Unfall über-schattet war auch der Anlass im Jahre 1958, als ein angemeldeter Mann bei einem Verkehrs-unfall im Rossfall sein Leben verloren hatte. Seit seinen Glanztagen in den 1950er- und 1960er-Jahren bekundete das Rennen immer mehr Mühe, seinen Platz zu behaupten. Häufig war man infolge ungünstiger Witterungsbedingungen dazu gezwungen, den Anlass zu ver-schieben oder abzusagen. Letzteres war der Fall in den Jahren 1961, 1971, 1974, 1975, 1978 und 1980. Auch stiess das Rennen immer weniger auf Interesse, so dass sich der organisatori-sche Aufwand überhaupt nicht mehr lohnte. 1979 kam es mangels Anmeldungen gar zu kei-ner Austragung, beim nächsten Versuch liessen sich auch nicht gerade viele auf die Startliste setzen. Zudem machte sich ein Überangebot an Skirennen während der Wintersaison be-merkbar und damit verbunden, vor allem unter Spitzenfahrern, auch eine Müdigkeit für derartige Anlässe im Sommer. Am 6. Dez. 1980 wurde das Säntis-Sommer-Skirennen bis auf weiteres sistiert.
Tradition und Erinnerung
Was bleibt, sind die Erinnerungen an eine lieb gewordene Tradition, die vor 70 Jahren ihren Anfang genommen hat. Es gab eine Zeit, wo das Rennen als regelmässig durchgeführter An-lass nicht mehr wegzudenken war. Auch mit ein bisschen Wehmut wird heute ein Blick auf die beliebten «Säntis-Zwerge» geworfen. Mehr als zwei Mal errangen folgende Fahrer als Tagesbeste eine goldene Auszeichnung: 6x Robert Grünenfelder (Wangs-Pizol), 5x Niklaus Stump (Unterwasser), 3x Karl Schlumpf (Unterwasser). Unter den Damen taten sich beson-ders hervor: 4x Elsa Forrer (Wildhaus), 3x Dora Hofstetter (Gais) und Alice Sutter (Alt St. Jo-hann). Als Gruppensieger nahmen folgende Vereine den Wanderpreis in Empfang: Wildhaus (12x), Unterwasser und Pizol (6x), Ebnat-Kappel und Brülisau-Weissbad (3x), Arosa und Ur-näsch (1x). Erfolgreich waren auch noch andere Teilnehmer aus dem Appenzellerland: bei den Herren Hans Fuchs (Brülisau-Weissbad), Kurt Geiger (2x, Oberegg) und Otto Steuble (Appenzell); bei den Damen: Trudy Lutz (2x, Teufen) u

/