Bahn in Betrieb

1886

Das Wetterwarthaus wird gebaut

1886 wurde der dreistöckige Steinbau erstellt. Dieser hatte bereits damals einen Tunnel hinauf zur Wetterwarte und habe die «horrende Summe» von 45 000 Franken verschlungen. Das sei ungefähr doppelt so viel gewesen, wie ein Bau dieser Grössenordnung im Flachland gekostet hätte. Nach einer Bauzeit von gut einem Jahr konnte das Gebäude am 3. Oktober 1987 seiner Bestimmung übergeben werden.

Das hochalpine Observatorium auf dem Säntis

Die Wettermeldungen vom Säntis weckten bald internationales Interesse. Von allen Seiten wurde auf die Messresultate vom Säntis geschaut. Der Standort der Messgeräte war für den verantwortlichen Meteorologen Dr. Robert Billwiller allerdings nicht zufriedenstellend. Die Bedeutung einer Wetterstation auf dem Säntis hatte zwar schon im Bundeshaus in Bern Gehör gefunden und dort bereits am 23. Dezember 1880 einem Bundesbeschluss erwirkt, der das meteorologische Büro in Zürich zur eigenständigen «Meteorologischen Centralanstalt» machte und zu dessen ersten Direktor Billwiller bestellt wurde. Das Geld für den Bau eines Observatoriums auf dem Säntis wurde vom Bund aber nicht lockergemacht.

Ein grosszügiges Geldgeschenk über den für damalige Verhältnisse enormen Betrag von 125.000.- Schweizer Franken brachte dann aber im Frühling 1886 den Ball ins Rollen. Ein lei-denschaftlicher Alpinist aus Winterthur, der ein grosser Freund des Alpsteingebietes gewe-sen war, hatte der «Meteorologischen Centralanstalt» den Betrag zur Verfügung gestellt.
Damit konnte Billwiller endlich beginnen, das Observatorium auf dem Säntis zu bauen. Die einzige Auflage, die er bekam, war jene, dass das Gebäude nicht höher sein durfte als der höchste Punkt auf dem Berg, und das Dach des Observatoriums den zukünftigen Wetterwar-ten als Beobachtungsterrasse dienen musste. Das Gebäude bekam deshalb drei Stockwerke. Ausserdem wollte Billwiller, dass der Wetterwart auch im Winter ohne grosse Gefahr seiner Arbeit nachgehen konnte und liess vom zweiten Stock einen unterirdischen Stollen bis zum Windmesserhaus auf dem Säntisgipfel graben.

Die «horrende Summe» von 45.000.- Franken habe der stabile Steinbau verschlungen, wurde in der Chronik vermerkt. Das sei ungefähr doppelt so viel gewesen, wie ein Bau dieser Grössenordnung im Flachland gekostet hätte. Teuer kam vor allem der Transport auf den Säntis zu stehen. Menschen mussten als Träger fast alle Baumaterialien auf ihrem Rücken von Wasserauen (Bezirk Schwende) auf den Säntis befördern. Diese bekamen für je 50 kg Gewicht 6.- Franken vergütet. Die Messinstrumente sowie die Blitzschutzanlage verursach-ten ebenfalls hohe Kosten. Nach einer Bauzeit von gut einem Jahr konnte Robert Billwiller am 3. Oktober 1887 das Observatorium seiner Bestimmung übergeben.
Zwischen 1882 bis 1969 haben zehn Wetterwarte ihre Aufgaben im Observatorium gewis-senhaft und auf einsamen Posten erfüllt. Sie mussten mit Naturgewalten und mit menschli-chen Schwächen kämpfen, im Dienste der Mitmenschen und der Forschung.

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